Welchen Stellenwert hat das Smartphone in unserem Leben?

Es ist ein heiß diskutiertes Thema - die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen. Doch auch immer mehr Erwachsene fallen mit einer intensiven Mediennutzung auf. Ständig am Smartphone hängen - das sorgt immer öfter für Kritik im Familien- und Freundeskreis. 

Wird das Handy exzessiv genutzt, führt das schnell zu Konflikten. Dass das Handy Einfluss auf unsere sozialen Beziehungen hat, haben inzwischen sogar Forscher bestätigt. Die Universität von British Columbia hat in einem großen Test mehr als 300 Menschen zusammen mit Freunden und Familie in ein Café geschickt. Und siehe da: da wo das Handy am Tisch erlaubt war, haben die Teilnehmer wenig bis gar nicht miteinander gesprochen - dafür viel aufs Handy geglotzt und Nachrichten geschrieben! Anders sah es an den Tischen aus, wo Handys tabu waren: hier haben sich die Leute gut unterhalten.

Öfter mal das Handy zur Seite zu legen, kann also Beziehungen retten. Doch nicht nur die. Auch für die Gesundheit ist es besser. Im Idealfall umgeht man so nämlich Smartphone-Daumen und den Tablet-Nacken. Die Daumen leiden unter dem Eintippen von Textnachrichten auf den kleinen Bildschirmen und der Bedienung von Touch-Bildschirmen, etwa beim Scrollen. Und das ständige nach-unten-starren auf Tablet oder Handy kann zu Verspannungen von Nacken, Schultern oder oberem Rücken führen. 

Kinder und Medien


Oft daddeln schon Kleinkinder am elterlichen Smartphone oder am Familien-Tablet. Im Restaurant überbrücken viele Eltern die sonst oft nervenaufreibende Wartezeit mit den Kleinen mit Tablet und Co. Auf der Autofahrt gehört es für viele Familien genauso dazu.

Wann ein Kind das erste eigene Smartphone bekommt, ist dagegen sehr verschieden. Manch eines bekommt, trotz anders lautender Empfehlungen, bereits mit der Zuckertüte das erste Handy. Aktuell bekommt ein Kind im Durchschnitt im Alter von 9,7 Jahren ein Handy oder Smartphone.

Wann ist ein Kind alt genug für Medien?

"Kinder brauchen einen gewissen Medienkonsum - um mit Gleichaltrigen mithalten zu können, auch um sich in der heutigen Welt einfach zurecht zu finden. Aber: Erst ab einem gewissen Alter", sagt Medienpädagogin Mandy Wegmarshausen vom Kinderschutzbund. Anfang könnte man im mittleren Kindergartenalter. Vor dem alter von drei Jahren seien aber die nicht medialen Erlebnisse ganz entscheidend für die gesunde Entwicklung des Kindes und auch für familiären Zusammenhalt und das Urvertrauen.

Bei der Frage nach dem eigenen Handy für das Kind, sollte man verschiedene Aspekte bedenken. Zum einen die generelle Notwendigkeit - nur zum Spielen braucht kein Kind ein Smartphone. Zum anderen in wie weit das Kind in der Lage ist, sich zum Beispiel ein Passwort zu merken, eine Vorstellung davon zu haben, was Datenschutz ist, inwieweit das Kind generell mit Geld umgehen kann und ob es eine Vorstellung davon hat, dass ein Handy Kosten verursacht.

Warum können Medien so schlecht für Kinder sein?

Dabei unterscheidet Christopher Voigt, Medienpädagoge beim Kinderschutzbund, verschiedene Perspektiven: "Einmal den Jugendmedienschutz. Das heißt, es gibt verschiedene Medieninhalte, die auf Kinder verstörend wirken können, die ihre Entwicklung beeinträchtigen können. Und das liegt natürlich immer an den Inhalten der Medien, nicht an den Medien per se." Um Kindern einen natürlichen Umgang mit Medien beizubringen, sollten sich die Eltern ihrer Vorbildwirkung immer bewusst sein: Wenn Sie, während Sie mit Ihren Kindern sprechen Whats App-Nachrichten schreiben, drücken Sie damit gegenüber Ihrem Kind auch einen speziellen Umgang mit Medien aus, den diese möglicherweise übernehmen. 

Unabhängig von der Psyche können Smartphones und Co. auch Kinder und Erwachsene auch physisch beeinträchtigen, weiß Medienpädagoge Frank Röhrer: "Man weiß, dass Displays, wenn Kinder zur Ruhe kommen sollen, ein bestimmtes Licht ausstrahlen, das verhindert, dass ein Schlafhormon ausgeschüttet wird." 

Dennoch gilt: Ein Verteufeln von digitalen Medien hilft nicht. Digitale Medien sind Teil unseres Alltags und Lebens, also müssen wir Kindern und Jugendlichen auch schon früh eine Medienkompetenz angedeihen lassen, damit sie mögliche Fallen und Fallstricke auch frühzeitig erkennen und damit umzugehen wissten.

FragFinn - die Suchmaschine für Kinder

Hat ein Kind ein eigenes Smartphone, oder nutzt ein Familiengerät, kann Eltern gerade bei der Internetnutzung schnell die Kontrolle abhanden kommen. Um eine gute, sichere und vor allem altersgerechte Internetnutzung zu gewährleisten, gibts spezielle Kinder-Angebote im Netz. Zum Beispiel die Website "fragfinn.de" - eine Kinder-Suchmaschine. Dabei werden nicht extra Inhalte produziert, sondern wie bei anderen Suchmaschinen auch nur verlinkt. Auf die Suche nach einem Begriff wird dem Kind dann eine Reihe an Ergebnissen präsentiert, die vor allen Dingen von Kinderseiten stammen.

In-App Käufe werden schnell zur Kostenfalle

Gerade viele Spiele werben damit, kostenlos zu sein. Das ist oft aber nur die halbe Wahrheit. Extras, zusätzliche Vergünstigungen oder schnellere Erfolge lassen sich die Hersteller oft teuer bezahlen. So wird das Daddeln schnell zur Kostenfalle.

Nutzen Kinder und Jugendliche ein Smartphone, ist es empfehlenswert, bei der Einrichtung des Google-Accounts oder der Apple-ID erst gar keine Kreditkarte oder PayPal-Zahlungsinformationen zu hinterlegen. So benötigten die Kinder beim Kauf von Apps oder bei In-App-Käufen immer erst ein Zahlungsmittel und Käufe können nicht so schnell unbewusst oder im Unwissen der Eltern getätigt werden.

iPhones und iPads ohne Kostenfalle benutzen

iPhones und iPads kann man problemlos auch ohne eine hinterlegte Zahlungsmethode nutzen. Außer man hat fixe monatliche oder jährliche Kosten wie zum Beispiel für ein iCloud-Abo zu begleichen. Hat man bereits eine Apple-ID mit einer festen Zahlungsmethode, kann man diese ohne Probleme wieder entfernen. Nachdem man sich beim iTunes Store, App Store oder iBooks Store angemeldet hat, kannst man dort die Zahlungsmethode für eine bestehende Apple-ID entfernen. So wird man erst bei einem Kauf wieder nach der Zahlungsmethode gefragt.

Möchte man dann doch mal eine kostenpflichtige App kaufen, kannst man den Kauf auch über einen Gutscheincode abwickeln. Gutscheine für den App Store oder iTunes kann man in vielen Supermärkten, Tankstellen, Drogeriemärkten oder bei Elektrohändlern erwerben. Mit dem im Voraus aufgeladenen Geld kann dann eingekauft werden.

Bei Familien empfiehlt es sich, die Apple Familienfreigabe zu nutzen. Bis zu sechs Familienmitglieder können dann über die Familienfreigabe Einkäufe aus dem iTunes Store, iBooks Store und App Store sowie ein Apple Music Familienabonnement gemeinsam nutzen. Bei der Familienfreigabe wird ein Familienmitglied als Familienorganisator festgelegt - meist ein Erwachsener. Das Kind kann dann ein eigenes iPhone besitzen, muss jedoch beim Kauf einer App erst eine Kaufanfrage an den Familienorganisator stellen. Dieser erhält dann eine Benachrichtigung auf seinem Gerät und kann den Kauf bewilligen oder ablehnen. Somit behalten die Eltern die volle Kontrolle über die Kosten, die durch App- oder In-App-Käufe der Kinder entstehen können.

Android-Handys ohne Kostenfalle benutzen

Bei Android-Handys ist es ebenfalls kein Problem, den Google-Account ohne feste Zahlungsmethode zu nutzen. Zwar fragt Google bei der Neuinstallation von kostenlosen Apps hartnäckig nach einer Zahlungsmethode - diesen Schritt kann man jedoch ohne Probleme überspringen und die gewünschte App installieren.

Kostenpflichtige Apps lassen sich dann zum Beispiel mit Play Store-Gutscheinen kaufen. Diese kann man in vielen Supermärkten, Tankstellen, Drogeriemärkten oder Elektrohändlern erwerben. Einmal aufgeladen kann der Nachwuchs das Guthaben für Käufe nutzen. Ist das Guthaben aufgebraucht, können auch keine weiteren Einkäufe getätigt werden.

Ähnlich wie bei Apple mit der Familienfreigabe, bietet auch Google die Möglichkeit an, eine Familiengruppe zu erstellen. Auch hier kann ein Familienoberhaupt als “Chef oder Entscheider“ agieren. Elternteile können dann festlegen, dass ihre Kinder eine Erlaubnis benötigen, wenn sie eine App oder ein Inn-App-Kauf tätigen wollen. Die Option ist im Play Store unter im Menü unter dem Punkt Konto zu finden. Noch mehr Einstellungsmöglichkeiten gibt es mit Google Family Link.

Individuell für das jeweilige Familienmitglied kann dann entschieden werden, für welche Arten von Käufen eine Berechtigung angefragt werden muss. So kann man der fast volljährigen Tochter mehr Rechte einräumen möchte als dem achtjährigen Sohn.

Smartphone für die Schule - die Schul-App

Selbst für die Schule gibts schon Apps, um den Schulalltag zu erleichtern. Beispielsweise die App "Scoolio". Mittlerweile nutzen 400.000 Schüler die App.

Sie hat zwei große Bereiche. Es gibt den organisatorischen Bereich, in dem der Schüler seinen Stundenplan, seine Hausaufgaben, seine Noten und seine ToDos verwalten kann. Daneben gibts es einen Bereich für den Spaß. Hier hat der Schüler die Möglichkeit, sich mit anderen Schülern über einen Chat auszutauschen, zum Beispiel zum Thema der letzten Mathe Klassenarbeit oder welche Geschichts-Hausaufgaben denn auf sind.

Weiterhin bietet die App Informationen zum Thema Berufs- und Studienorientierung. Sie soll laut Hersteller eine erste Anlaufstelle sein, wenn es um das Thema geht, was der Schüler nach der Schule denn machen kann. Ausbildung, duales Studium, Auslandsjahr - der Schüler kann sich über die verschiedenen Möglichkeiten informieren.

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