Gottesanbeterin erstmals in Thüringen entdeckt

Sensationeller Fund in Dornburg-Camburg. Dort sind in der letzten Woche mehrere Gottesanbeterinnen entdeckt worden. Die Tiere kommen normalerweise im Mittelmeerraum vor, sagt Matthias Hartmann, Direktor des Erfurter Naturkundemuseums. Manchmal werden sie von Menschen eingeschleppt, manchmal kommen sie aber auch selbstständig. Gottesanbeterinnen profitieren vom Klimawandel. Zwar gebe es Populationen der ursprünglich aus Afrika stammenden «Mantis religiosa» bereits in anderen Bundesländern - vor allem in Baden-Württemberg, aber auch in Sachsen, erklärte Hartmann. Nach Thüringen hatte es die Gottesanbeterin bislang noch nicht geschafft. «Jetzt dürfte ihr der heiße, lange und vor allem trockene Sommer geholfen haben.» Einzelne Tiere könnten aber auch mit dem verstärkten Transportverkehr innerhalb Europas neue Heimaten finden. Einzeltiere könnten sich paaren. Im nächsten Jahr könnten aus den frostfesten Kokons dann Thüringer Nachkommen schlüpfen, sagte Hartmann. Von einer Bedrohung für das heimische Ökosystem sei aber noch nicht auszugehen. Die Gottesanbeterin ist dafür bekannt, dass sie während oder nach der Paarung das Männchen auffrisst, und ihre langen Fangarme wie betende Hände zusammenlegt.

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