Rotary Clubs starten soziales Projekt: Schlaganfall-Helfer

Jährlich gibt es im Raum Erfurt und im Ilmkreis rund 1200 neue Schlaganfall-Patienten. Nach ihrem Krankenhaus- und Reha-Aufenthalt zurück im Alltag fühlen sich diese oft allein gelassen. Der Gang zu einer Selbsthilfegruppe wird oft nicht gewagt, stattdessen versuchen die Patienten, sich selber wieder in den Alltag vor der Erkrankung einzuleben. Dass die Schlaganfall-Patienten dabei nicht allein sind, dafür wollen in Kürze die Rotary Clubs Ilmenau, Arnstadt und Erfurt-Gloriosa zusammen mit dem Erfurter Malteser Hilfswerk und der Deutschen Schlaganfallhilfe sorgen – mit sogenannten Schlaganfall-Helfern.

Idee stammt vom Rotary Club Ansbach


Die Idee zu dem sozialen Projekt stammt vom Rotary Club Ansbach, der sich bereits 2016 mit diesem Thema beschäftigte und mit der Ausbildung ehrenamtlicher Schlaganfall-Helfer begann. Nach diesem Vorbild sollen bald auch in und um Erfurt und im Ilmkreis solche Helfer ausgebildet werden. Dabei geht es nicht darum, Mediziner, Physiotherapeuten oder Pfleger zu ersetzen, sondern den Schlaganfall-Patienten den Alltag zu erleichtern.
Dies geschieht durch Hilfe beim Einkaufen, gemeinsames Spazierengehen, einfach nur zusammen plaudern oder auch durch die Unterstützung im Antrags-Dschungel.

Helfer brauchen keine Vorkenntnisse


Bettina Kiel-Rüther, Präsidentin des Rotary Clubs Erfurt-Gloriosa, fasst im LandesWelle Thüringen-Interview zusammen, was die Schlaganfall-Helfer mitbringen müssen: „Zunächst braucht man keine Voraussetzungen, außer dass man volljährig ist und diese Prüfung geschafft hat. 

„Diese Prüfung“ bezeichnet die Abschlussprüfung eines Ausbildungslehrganges. Der erste Lehrgang dieser Art ist an Wochenenden im März geplant. In 40 Stunden klären Referenten, wie Ärzte des Helios- und der Ilmkreis-Kliniken, Juristen, Logopäden oder Physiotherapeuten die Helfer-Anwärter über ihre Aufgaben auf. Im Anschluss folgt eine schriftliche Abschlussprüfung, in der das erlernte Wissen wiedergegeben werden muss. Bei erfolgreichem Bestehen bekommen die nun ausgebildeten Schlaganfall-Helfer ein Zertifikat.

Zeit- und Arbeitsaufwand der ehrenamtlichen Helfer wird individuell bestimmt.


Da die Schlaganfall-Helfer ehrenamtlich helfen, wird keine Verfügbarkeit rund um die Uhr erwartet. Vielmehr sollen die Helfer ihre Verfügbarkeit angeben. „Hauptsache wir wissen, wann er zur Verfügung steht. Der Malteserhilfsdienst koordiniert das dann. Natürlich immer ortsnah: Also niemand wird von Erfurt nach Ilmenau zugeteilt, sondern die Erfurter werden in Erfurt zugeteilt“, so Keil-Rüther.

Interessierte können zu Infoabenden kommen.


Wer sich näher mit dem Thema befassen und sich weiter darüber informieren will, ist herzlich zu verschiedenen Informationsabenden eingeladen:

  • Donnerstag, 16.01.2020, 18.00 Uhr im Rathaus Arnstadt
  • Freitag, 17.01.2020, 18.00 Uhr im Curie-Saal in Ilmenau
  • Donnerstag, 30.01.2020, 18.00 Uhr im Rathausfestsaal Erfurt

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