Ostdeutsche Wirtschaft muss weiter aufholen auf den Westen

Auch mehr als 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland immer noch deutlich spürbar – besonders im Bereich Wirtschaft. Egal ob Wirtschaftsleistung, Führungspositionen oder Löhne – der Osten muss gegenüber dem Westen nach wie vor aufholen.

Wirtschaftliche Unterschiede sind strukturell bedingt
 
Seit 1990 hat sich im Osten bereits viel getan, aber das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, ist immer noch kleiner als im Westen: „Das Niveau des BIPs pro Kopf liegt im Osten bei 80 Prozent im Vergleich zum Westen – also 20 Prozent ungefähr hinkt es hinterher. Aber es ist trotzdem viel passiert“, sagt Dr. Ute Zacharias, die Sprecherin vom Verband der Wirtschaft Thüringens. Warum der Osten Deutschlands immer noch hinterherhinkt, liegt vor allem daran, wie die Wirtschaft hier strukturiert ist, so Zacharias: „Wir haben eine sehr kleinteilige Wirtschaft, viele kleine, mittelständische Firmen – uns fehlen die großen Konzerne.“

Geringere Löhne im Osten

Auch in Sachen Führungspositionen ist der Osten noch immer benachteiligt gegenüber dem Westen – außerdem sind die Löhne hierzulande immer noch deutlich niedriger als in Westdeutschland. „In Thüringen haben wir ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 38.000 Euro. Das hängt auch mit der Struktur zusammen, mit den vielen kleinen Unternehmen. Wir haben nicht so eine große Industriedichte wie andere, große Bundesländer“, meint Zacharias. Auch die Tatsache, dass viele ehemals ostdeutsche Unternehmen heute nicht mehr im Osten angesiedelt sind, ist nicht von der Hand zu weisen und liegt in den zahlreichen Transformationsprozessen, die durch die Wende ab 1989 eingetreten sind, begründet.

Angleichung braucht Zeit

Nichtsdestotrotz: Es geht voran – immer mehr große Unternehmen siedeln sich im Osten an, zum Beispiel CATL bei uns in Thüringen. Denn der Standort Thüringen ist attraktiv, so Zacharias: „Wir haben moderne Arbeitsplätze, wir haben viele spannende Unternehmen – insofern ist es schon ein Ort, wo man gut leben und arbeiten kann. Aber 30 Jahre sind in der Wirtschaftsgeschichte nicht wirklich viel.“ Es wird also wohl noch einige Zeit dauern, bis sich der Osten und der Westen angleichen – falls das überhaupt jemals komplett der Fall sein wird. Dr. Ute Zacharias ist zuversichtlich: „Es wird Entwicklungen geben, klar – im Osten gibt es viele Chancen, viele Möglichkeiten.“

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