Freitag umfassende Streiks im ÖPNV

Wer im Alltag auf Bus und Bahn nicht verzichten kann, hat momentan echt keine leichte Zeit! Erst am Montag endete der zweite mehrtägige Lokführerstreik im bundesweiten Schienenverkehr und nun hat die Gewerkschaft Verdi die Mitarbeiter der Nahverkehrsgesellschaften am Freitag zum bundesweiten Streik aufgerufen. 

Beschäftigte streiken für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen


Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 90.000 Beschäftigten im kommunalen ÖPNV in über 130 kommunalen Unternehmen. „Da jetzt in allen Bundesländern Tarifverhandlungen stattgefunden haben und ohne Ergebnis geblieben sind, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um mehr Druck auf die Arbeitgeber zu machen“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Bus- und Straßenbahnfahrer in Thüringen verdienen laut Verdi monatlich von 2.721 Euro bis 3.200 Euro. Die Gewerkschaft fordert deshalb 650 Euro mehr pro Monat - verbunden mit der Möglichkeit, die Lohnerhöhung in eine kürzere Arbeitszeit oder zusätzliche freie Tage umzuwandeln. Für Auszubildende wird eine Erhöhung um 250 Euro pro Monat gefordert. 

Straßenbahnen und Busse stehen still 


Das heißt nun aber auch für Thüringen, dass heute vielerorts im ÖPNV nichts mehr geht. Von Freitag, 3 Uhr, bis Samstag, 3 Uhr, sollen Straßenbahnen und Busse in den Depots bleiben. 

Die Verkehrsbetriebe in Erfurt, Jena und Gera rechnen damit, dass in ihrem Gebiet tatsächlich gar nichts fährt - auch ein Notfallfahrplan soll dort nicht umzusetzen sein.

In Weimar will man wenigstens versuchen, einen Notbetrieb aufrecht zu erhalten. „Wir bitten unsere Fahrgäste sich in jedem Fall auf Fahrtausfälle einzustellen. Da uns keine Informationen vorliegen, wie viele Mitarbeitende sich an dem Streik beteiligen, können wir am Freitag nur sehr kurzfristig über stattfindende Fahrten informieren. Unser Ziel ist es, operativ je nach Lage und Verfügbarkeit des Fahrpersonals, zumindest einen Notbetrieb aufzubauen.“ informiert der Geschäftsführer der Stadtwirtschaft Weimar, Bernd Wagner.

Die Stadtwerke Nordhausen teilen auf ihrer Internetseite mit, dass auch hier mit einem kompletten Erliegen des Nahverkehrs gerechnet wird, mit Ausnahme der Linie 10 zwischen Ilfeld/Neanderklinik und Nordhausen/Südharz Klinikum.

Bildungsministerium: Schüler bekommen keine Fehlstunden


Da der Streik auch den Schulbusverkehr im Freistaat betrifft, teilt das Thüringer Bildungsministerium laut MDR mit, dass Schüler, die streikbedingt nicht im Unterricht erscheinen, keine unentschuldigten Fehlstunden bekommen. 

Die nächste Tarifrunde ist für den 13. Februar geplant. Ob es bis dahin bei einem Streiktag bleibt, ist derzeit nicht bekannt.

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