Frank Turner - „No Man's Land"

Frank Turner - „No Man's Land" (VÖ: 16.08.2019)

Frank Turner hat Details seines neuen Albums "No Man's Land" bekanntgegeben. Sein achtes Album erscheint heute am 16. August bei Xtra Mile Recordings/Polydor Records. Mit Catherine Marks am Ruder, die 2018 zur Produzentin des Jahres gekürt wurde, und einer nur aus weiblichen Musikerinnen bestehenden, dynamischen Besetzung erzählt "No Man's Land" faszinierende Geschichten von Frauen, deren unglaubliche Biographien aufgrund ihres Geschlechts viel zu oft übersehen wurden. “Diese Geschichten hätten schon längst erzählt werden müssen”, sagt Turner über das Album und die zugehörige Podcast-Serie ‘Tales from No Man’s Land’, deren erste Folge am 3. Juli startet. “Und ich vermute, wären sie Männer gewesen, wären sie heute besser bekannt.” 
Die Frauen, die auf den 13 Tracks des Albums vorgestellt werden, kommen aus sehr verschiedenen geographischen und historischen Kontexten. Da gibt es die byzantinische Prinzessin Kassiani (The Hymn of Kassiani), die ägyptische feministische Aktivistin Huda Sha'arawi (The Lioness) oder die Resusci-Anne (Rescue Annie), eine ertrunkene Jungfrau, deren Gesicht als Modell für medizinische Reanimationsübungspuppen genutzt wurde, und das auf der ganzen Welt. (“Du kannst nicht nicht einen Song über eine Frau schreiben, die gestorben ist, ohne je geküsst worden zu sein – und deren Gesicht dann das meistgeküsste Gesicht der Geschichte wurde,” schlussfolgert Turner). Da ist die Serienmörderin aus den tiefen Südstaaten der USA, die ihre Opfer über Kontaktanzeigen in der Zeitung suchte (Nannie Doss), eine jazzbesessene Erbin (Nica Rothschild), die in der Free-French-Bewegung während des Zweiten Weltkriegs kämpfte, oder ein Vaudeville-Star (Dora Hand) aus dem Wilden Westen, die von einem Kleinstadt-Banditen erschossen wurde. Diese sind nur ein paar der vielen faszinierenden Figuren, die lange vom Mainstream ignoriert wurden und jetzt auf "No Man's Land" zu Wort kommen. 
“Das Album führt meine beiden lebenslangen Hauptinteressen zusammen, die bisher immer voneinander getrennt waren – Geschichte und Songwriting”, erklärt Turner, der oft auf selbstgeführten, psychogeographischen Spaziergängen historische Stätten aufsucht, die schon lange in Vergessenheit geraten sind – wenn er nicht gerade Arenen füllt oder als Headliner auf einem Festival spielt. 

Geschichten erzählen
Die erste Single, "Sister Rosetta", ist der einmaligen Sister Rosetta Tharpe gewidmet, eine der wichtigsten und einflussreichsten Musikerinnen der US-amerikanischen Geschichte. Im Song hört man Gitarrenparts, die aus Tharpes eigenen Backkatalog stammen. „Was sich als Herausforderung herausstellte, weil sie eine viel bessere Gitarristin ist als ich“, gibt Turner zu. 
Trotz des impliziten Feminismus auf dem Album möchte Turner dabei nicht als großer, politischer Volksredner verstanden werden. „Das Album gibt niemandem vor, was er oder sie tun soll, wie man leben oder sein soll“, erklärt er. Auf die Bandbreite an verschiedenen Reaktionen auf das Projekt, inklusive derer, die sich vielleicht fragen, ob es wirklich seine Aufgabe ist, Songs über entrechtete Frauen zu singen, ist er vorbereitet. „Gäbe es einen übersättigten Markt an Leuten, die Songs über Princess Kassiani schreiben, dann würde ich verstehen, warum ich mich zurückziehen soll – aber es gibt keinen“, sagt er. „Niemand sonst schreibt gerade diese Songs. Deswegen wollte ich diese Geschichten erzählen.“ 
"No Man's Land" enthält auch den vielleicht aufschlussreichsten Song in Turners Karriere. Als Hommage an seine Mutter geschrieben, ehrt der Song "Rosemary Jane" ihren Mut und ihre Entschlossenheit angesichts von jahrelangem emotionalen Missbrauch durch seinen Vater.

Podcasts von Turner
Turner, dem das Format durch seine Gastauftritte in den Shows anderer Leute nicht fremd ist, vertieft jeden seiner Songs in seinem eigenen Podcast ‘Tales From No Man’s Land’, der wie eine klangliche Interpretationshilfe funktioniert. Der Podcast wurde zusammen mit Somethin’ Else produziert. An Orten, die für die Frauen auf dem Album wichtig waren, spricht Turner mit Historikern und Experten – von Jinny Binghams altem Remisen-Gebäude, das heute den Pub Camden Underworld beherbergt, bis hin zur Rock & Roll Hall of Fame in Cleveland, die erst letztes Jahr Rosetta Tharpe geehrt hat, vom Boot Hill Museum in der US-amerikanischen Stadt The Dodge in Kansas bis zur stillgelegten Grabstätte Cross Bones im Londoner Stadtteil Southwark. Jede Episode endet damit, dass Turner eine akustische Version des jeweiligen Songs singt. „Ich bin nicht jemand, der an das Übernatürliche glaubt, aber an den Orten zu sein, die für sie wichtig waren, hinterlässt definitiv Spuren“, sagt Turner. „Es fühlt sich an wie eine schöne Auszeichnung, und es ist eine Möglichkeit zu sagen: ‚Hey, wir denken immer noch an dich’“. 

Die erste Folge des Podcasts erscheint am 3. Juli. Insgesamt gibt es 13 Episoden, die wöchentlich ausgestrahlt werden. Der Podcast ist auf Spotify, Apple Podcasts, Acast und allen anderen Plattformen verfügbar. 

NO MAN’S LAND 
  1. Jinny Bingham’s Ghost 
  2. Sister Rosetta 
  3. I Believed You, William Blake 
  4. Nica 
  5. A Perfect Wife 
  6. Silent Key 
  7. Eye of the Day 
  8. The Death of Dora Hand 
  9. The Graveyard of the Outcast Dead 
  10. The Lioness 
  11. The Hymn of Kassiani 
  12. Rescue Annie 
  13. Rosemary Jane

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