Bärenpark am Limit

Seit 1996 gibt es in Worbis im Eichsfeld den Alternativen Bärenpark, in dem Bären und Wölfe aus schlechter Haltung ein neues tiergerechtes Zuhause finden sollen. Nun könnte seine Bekanntheit dem Park zum Verhängnis werden.

Der Alternative Bärenpark in Worbis sieht sich mit Platzproblemen konfrontiert. Immer häufiger werde der Park mit seinen naturnahen Gehegen für die Unterbringung verschiedener Wildtiere aus schlechter Haltung angefragt, sagte der Geschäftsführer der Stiftung hinter dem Bärenpark, Rüdiger Schmiedel. "Der Park sei an der Kapazitätsgrenze angekommen." Der rein durch Spenden und Sponsoren finanzierte Park hat in der Vergangenheit etwa schon Zirkusbären oder andere ehemalige Zootiere aufgenommen. Die Eintrittsgelder der Besucher decken nur die Personalkosten. "Eigentlich war es geplant, dass der Park irgendwann zurückgebaut wird." Doch inzwischen würden sogar auch Privatleute immer wieder anfragen, ob der Park im Eichsfeld als Haustiere gehaltene Wildtiere aufnehmen könne, sagte Schmiedel.

In dem Park sind aktuell acht Bären und vier Wölfe zuhause. Sie sind in fünf Abteilen eines fünf Hektar großen Geheges untergebracht. Die Anlage steht auf einem Buchenwaldgelände. Nach Schmiedels Einschätzung braucht der Park aber 10 bis 20 Hektar mehr, um etwa in Notfall mehrere weitere Tier gleichzeitig aufnehmen zu können. Theoretisch würden zwar jetzt schon mehr Tiere auf dem Gelände Platz finden. Doch dann würde der Park mit dem Anspruch einer tiergerechten Unterbringung brechen, erklärte Schmiedel. Die Bären und Wölfe bräuchten genügend Auslauf und Rückzugsmöglichkeiten. Auch könnten gerade solche Tiere, die wegen ihrer früheren Haltung verhaltensauffällig geworden seien, nicht mit jedem anderen Artgenossen ein Gebiet teilen. Die Tiere vertragen sich nicht immer.

Eine gute Nachricht gibt es aber auch: eine neue 1,5 Hektar große Auffangstation ist bald einsatzbereit. Für den Bau hat das Land rund 75 000 Euro investiert. Dort sollen künftig etwa verletzte Wildtiere untergebracht oder andere auf ihre Auswilderungen vorbereitet werden. Auch die verbliebenen Ohrdrufer Wolf-Hund-Hybride könnten dort ein neues Zuhause finden - sollten sie noch lebend gefangen werden.

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