Widerstand gegen Straßensperrung

In Zukunft müssen die Gerthausener einen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie nach Bayern fahren wollen. Die Straße zwischen Gerthausen und dem bayerischen Weimarschmieden soll für die Autofahrer dicht gemacht werden. Doch dagegen regt sich Widerstand. Die drei Kilometer lange Verbindung, die  seit der Grenzöffnung existiert, wurde gerne genutzt.

Richtig gesperrt wird die Straße nicht, sie soll künftig als Weg für Forst, Landwirtschaft und Radfahrer ausgewiesen werden. Und das würde allerdings bedeuten, dass Autofahrer hier nicht mehr entlang fahren dürfen - es sei denn, sie wollen einen Strafzettel riskieren. Die Räte der Gemeinde Rhönblick, zu der Gerthausen gehört, haben sich zu diesem Schritt entschlossen, weil die Straße saniert werden muss. Und das würde mehr als 35.000 Euro kosten -  Rhönblick-Bürgermeister Christoph Friedrich will die Summe viel lieber in die innerörtliche Entwicklung der Orte stecken anstatt eine Parallelstraße zu finanzieren.

Ganz in der Nähe führt eine Kreisstraße entlang, die man nutzen kann. Für die Gerthäuser würde dadurch die Fahrt in die bayrischen Nachbarorte jedoch einen Umweg von 5 km ausmachen. Und das hält der Gemeinderat für überschaubar. Etliche Bürger sehen das anders. Noch bis Ende des Monats können die Einwohner ihre Einwände vorbringen. Die Unterlagen liegen aus. Bürgermeister Christoph Friedrich sagte uns heute, dass bislang fünf Stellungnahmen vorliegen. Die einen wollen den Umweg nicht in Kauf nehmen, die anderen befürchten mehr Verkehr vor ihrem Hause, wenn nun alle auf in Richtung Kreisstraße nach Bayern fahren. Kritiker haben auch eine Unterschriftensammlung gestartet – ebenso eine Petition an den Landtag, die bis heute gut 30 Personen gezeichnet hatten.   

Ob sich an der Entscheidung noch etwas ändern wird, ist fraglich. Die Fakten haben sich ja nicht geändert. Und Bürgermeister Christoph Friedrich hat auch klar gemacht, dass gute Worte von Landespolitikern da nicht weiter helfen. „Davon habe man den ganzen Keller voll“, sagte er mit einer Portion Sarkasmus. Die Kosten habe schließlich die Gemeinde zu tragen – und die könne das Geld nur einmal ausgeben. Und da hat man wichtigere Dinge im Blick.

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