Reaktion auf Betonstelen in Bornhagen

Im 300 Seelen Ort Bornhagen im Eichsfeld stehen seit gestern 24 Betonstelen, direkt vor dem Haus von Thüringens AfD Chef Björn Höcke. Polit-Aktivisten haben ihm das vor die Haustür gebaut, weil Höcke das Holocaust Mahnmal in Berlin als Denkmal der Schande bezeichnet hat und ein geschichtliches Umdenken um 180 Grad gefordert hat. Die Aktivisten finden das absolut absurd und haben deswegen in Höckes Nachbargarten eine kleine Kopie des Mahnmals gebaut.

Die ersten Reaktionen der AfD sind recht wütend. Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen sagte: «Es ist widerwärtig, dass so etwas in Deutschland überhaupt möglich sein kann.» Und Alexander Gauland, der Vorsitzende der Bundestagsfraktion, meinte, dieser Vorfall zeigt, dass der politische Umgang in Deutschland auf einem Tiefpunkt angelangt ist. Er findet es menschenverachtend und skrupellos. Und das sehen auch andere so, wie zum Beispiel der Präsident der Thüringer Landtags, Christian Carius von der CDU. Er sagt, das Abhören und Ausspionieren von Abgeordneten und ihren Familien lässt ihn eher an die Stasi erinnern. Denn die Aktivisten vom Zentrum für politische Schönheit haben Höcke nach eigenen Worten monatelang vom Nachbargrundstück aus beobachtet. 

Auch die Polizei ist in dem Fall aktiv. Zunächst mal gehe es darum, dass das Wohnhaus von Höcke geschützt werde. Und es muss geprüft werden, ob das Handeln der Aktivisten - insbesondere die Beobachtung Höckes - strafrechtlich verfolgt werden kann. Zum Personenschutz wollte eine Polizeisprecherin allerdings nichts sagen. Ansonsten ist es in Bornhagen relativ ruhig geblieben. Es gab nur eine Rangelei zwischen dem Vermieter des Grundstücks, auf dem die Stelen stehen, den Künstlern und der Presse. Weil der Vermieter nicht wollte, dass auf seinem Grundstück und in der Wohnung gefilmt wird.  

Wie das ganze weiter geht ist fraglich. Aber das, was die Aktivisten von Höcke fordern - dass er am Mahnmal auf die Knie fällt und um Vergebung bittet - das wird nicht passieren. Für Björn Höcke selbst ist dieses Mahnmal vor seinem Haus jetzt scheinbar auch der Grund, sich zu höherem berufen zu fühlen. Er sagte dem Tagesspiegel: wenn es Neuwahlen für den Bundestag geben sollte, dann überlegt er mittlerweile, nach Berlin zu wechseln und im Bundestag zu kandidieren.

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