3000 Menschen protestieren gegen den Südlink

Entweder der liebe Gott ist Fambacher oder er ist auch gegen den Südlink. So hat uns heute Morgen Fambachs Bürgermeister Jürgen Herrmann am Telefon begrüßt. Denn in seiner Stadt haben sich gestern über 3000 Menschen versammelt um wieder gegen den Südlink zu protestieren - die Stromtrasse die durch Rhön, Werratal und Hainich gelegt werden soll. 

Die Trassengegner haben gestern eine Menschenkette entlang der früheren B 19 gebildet, um ihrem Ärger darüber Luft zu machen, dass der Netzbetreiber Tennet die Erdkabel durch Rhön, Werratal und Hainich legen will. Umweltministerin Anja Siegesmund kritisierte vor Ort, dass ein Alternativvorschlag Thüringens zur Trassenführung «einfach vom Tisch gewischt» worden sei. «Das nehmen wir nicht hin - und die Menschen in der Region erst recht nicht.»

Die 700 Kilometer lange und 30 Meter breite Trasse soll im Zuge der Energiewende Strom von Nord- nach Süddeutschland bringen. Thüringen hatte einen deutlich weiter westlichen Verlauf unter Umgehung des Landes vorgeschlagen. Die Bundesnetzagentur hatte diese Alternativvariante durch Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Süddeutschland kürzlich verworfen, was in Thüringen auf Empörung stößt.

Unter den Protestierenden in Fambach waren auch Vertreter hessischer und bayerischer Bürgerinitiativen, die sich ebenfalls gegen die Trasse wehren, sagte Fambachs Bürgermeister Jürgen Herrmann. Die Aktionsbündnisse gegen mehrere in Deutschland geplante Stromtrassen hatten sich bereits am Samstag in Fulda getroffen und einen Stopp des Stromnetzausbaus gefordert. Sie seien gegen überdimensionierten Netzausbau und für eine dezentrale Energiewende - vor allem wenn die sogenannten Transferbundesländer nur Kosten und keinen Nutzen haben.

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