Ist es nicht verrückt, was einem durch den Kopf schießt, wenn man eigentlich an ganz andere Dinge denken sollte?!
Gestern (25. Juni) ist in Dresden der Rundfunkpreis Mitteldeutschland 2007 verliehen worden. Jana Münchhof und ich hatten jeweils was eingeschickt. Bei ihr war es um Daniela, eine Thüringerin, die nach Irland auswandert, weil sie dort einen guten Job gefunden hat – und hier nicht. Ich hatte einen Beitrag eingeschickt der erzählt, wie ich 24 Stunden in der JVA Tonna verbracht habe. Beides konnten Sie vor einigen Monaten bei LandesWelle hören.
Wir wußten nicht, ob wir nominiert würden und vielleicht sogar einen Preis gewinnen.
Gestern, 18 Uhr: An der Leinwand läuft ein Info. Infos über den Runfunkpreis Mitteldeutschland. Die erste Kategorie: Bester Beitrag (34 Bewerber). Unter den Nominierten wird Jana nicht genannt, aber ich. Auf der Bühne stehe ich nun mit zwei Mitanwärtern, es werden Ausschnitte aus unseren Beiträgen eingespielt.
Wer gewinnt den Hörfunkpreis?
Ich denke: “Hoffentlich muß ich niemandem die Hand schütteln… die Hände sind naß geschwitzt. Ob die sehen, daß mein Hemd Samba tanzt, weil das Herz so rast? Ich hab Durst. Der Hals ist trocken. Sagt man was, wenn man sowas gewinnt?“
“Der Gewinner ist: Bastian Bender von LandesWelle Thüringen, mit dem Beitrag “Bender im Knast”? Was? Den kenn ich! ;-) Das kann jetzt nicht wahr sein, oder? Trotz Anzug, trotz Jury-Mitgliedern (erste Reihe, links) und Politik (erste Reihe, rechts), trotz noblem Pianisten – ich freu mich wie ein Kind. Bekomme eine Urkunde.
Anschließend drückt mir die Frau im Blümchenkleid die Trophäe in die Hand und sagt. “Die ist nicht so schwer, wie sie aussieht”! Ich hab keine Ahnung, ob sie vielleicht die Frau auf der Seitenbühne meint, die alles anreicht. Aber die Trophäe IST schwer. Anschließend bekomme ich noch einen Brief und ‘nen Strauß.
Diesen Preis zu gewinnen, ist im Grund genommen, wie eine Shoppingtour mit Frauen – nur ohne Henkel. Viel Tragarbeit. Schweiß. Emotionale Höhen und Tiefen.
Ich bekomme Hände geschüttelt, grinse in zwei Kameras. Bemühe mich nichts fallen zu lassen. Und denke nur – wenn Dir die Trophäe runterrasselt – ich ändere meinen Namen und werde Kosmonaut. Ich laufe danach die Treppen runter, zu meinem Platz, wo der Geschäftsführer, sein Assistent und Jana warten. Große Party. Aber glauben, was da gerade passiert ist, kann ich nicht.

Ich schicke sofort eine SMS an meine Familie. Eigentlich ist alles perfekt – aber warum hat Jana nicht gewonnen? Ihr Beitrag war spitze. Ich hab ihn ein paar mal angehört und immer was Neues entdeckt.
Die Antwort ist der Sonderpreis! “Daniela wandert aus” wird kurz vor Schluß ausgezeichnet. Es gibt keine Trophäe, aber trotzdem sehr viel zu tragen für Jana. Und Geld. Auch sie schüttelt Hände. Und auch sie versteht nicht so wirklich, was da gerade passiert.

Und als Preisträger des Rundfunkpreises Mitteldeutschland, verlassen wir spät nachts das Gebäude – natürlich nur, um in der Innenstadt weiter zu feiern.
Sie hat morgen den Dienst getauscht – und ich mach jetzt Urlaub!
Eine sehr gute Freundin, die mich abends anruft fragt, ob ich nicht eigentlich damit gerechnet hatte. Nein. Ich habe es mir sehr gewünscht – aber daß gerade rechts neben mir mein allererster Preis steht, das kann ich immer noch nicht fassen.
Und was ich noch sagen wollte: DANKE FABIAN JIMENEZ!!! Er sitzt bei LandesWelle im Produktionsstudio und sorgt für den richtigen Sound, das hat er auch beim Knast-Beitrag gemacht. Und deshalb geht der Preis natürlich auch an ihn.